Ich habe eine Stimme für die, von denen ich gewählt wurde.

Shownotes

Dieses Mal erzählt Larissa Legner, wie sie als Dekanats- und Diözesanoberministrantin gelernt hat, sich in Diskussionen einzubringen und ihre Meinung zu äußern.

Sie nimmt uns mit auf Ihren Weg in der kirchlichen Jugendarbeit und erzählt, wie sie als Oberministrantin gelernt, dass man sich beteiligen und Verantwortung übernehmen kann. Dabei erlebt sie, wie demokratische Strukturen funktionieren. Larissa hat immer wieder erfahren, dass es bei Diskussionen auch mal zwei Lager gibt und Freundschaft trotzdem sein kann. Das möchte sie anderen Menschen mitgeben.

Ein besonderer Ort für ihren Glauben ist die Gemeinschaft von Taizé in Frankreich. Sie war schon mehrmals für eine Woche dort, um mit Anderen zu beten, mitzuhelfen in der Gemeinschaft und sich auszutauschen. Dabei prägen sie die besonderen Lieder, die meditativ wiederholt werden, und auch die Zeiten der Stille, in denen sie mit anderen jungen Menschen den Alltag ausblenden kann.

Was die Zeiten in Tazé noch für Larissa zu einer entspannten Zeit gemacht haben und welcher besondere Moment in Rom sie geprägt hat, erfährst du in dieser Folge.


Mit HOLY.BRONX macht sich Sarah Harst auf die Suche nach Menschen und ihren Geschichten. Sie fragt, was heute wichtig, wertvoll und heilig ist oder sein könnte.


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Dieser Podcast ist Teil des wirdwas.fyi-Netzwerks für junge Erwachsene in der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart.

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Hallo und herzlich willkommen bei HOLY.BRONX, dem Podcast, bei dem ich mich auf die Suche mache nach den Geschichten von jungen Menschen aus dem Raum Heilbronn. Ich bin Sarah Harst und heute habe ich die Larissa zu Gast. Larissa. Schön, dass du da bist. Ja, schön, dass ich hier sein kann. Larissa, du hast dich in vielen verschiedenen Ämtern als Oberministrantin und Ähnliches engagiert. Erzähl doch mal, was du für Ämter übernommen hast und wie es dazu kam. Ja, genau. Das erste Amt, das ich bekommen habe oder übernommen habe, ist eigentlich das Oberminiamt. Ich bin nämlich aus der Gemeinde Heilbronn-Kirchhausen und als ich vierzehn war, haben die ganzen älteren Minis und Oberminis aufgehört. Und dann habe ich gesagt: Ja, komm, das mache ich. Ich werde Obermini und übernehme die Verantwortung. Und das waren dann solche Dinge wie einen Spielenachmittag organisieren, mit den beiden Nachbargemeinden sich zu treffen und eine Weihnachtsfeier zu organisieren oder den Ministrantenplan zu machen, wo eingeteilt ist, wer wann dran ist, an welchem Gottesdienst. Und solche Dinge. Und später habe ich dann auch das Amt der Dekanatsoberministrantin übernommen. Das war 2017 und zwei Jahre lang war ich auch Diözesanoberministrantin. Das sind dann auch noch mal verschiedene Aufgaben. Vielleicht kommt man da später drauf. Genau da steigen wir später noch tiefer ein. Erstmal noch kurz, vielleicht als Zwischenfrage für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, die in den katholischen Gottesdiensten nicht so beheimatet sind. Was sind denn eigentlich Ministranten? Also Ministrant? Also man kennt die vielleicht von Bildern. Das sind die, die oft im Altarraum neben dem Pfarrer sind, meistens in weißen Gewändern oder weiß-rot, so typischerweise. Und die Aufgaben sind es ja, verschiedene Dienste zu tun, zum Beispiel Leuchter zu halten, beim Evangelium Weihrauch zu bringen, die Gabenbereitung zu machen, Wasser und Wein zu bringen und eben verschiedene Unterstützungsaufgaben oder auch die Kollekte einsammeln. Und neben dem Dienst am Altar gibt es bei den Ministranten aber auch noch so eine Art Gruppen. In manchen Gemeinden Gruppenstunden, die sich wirklich regelmäßig treffen. Öfters aber auch einfach verschiedene Aktionen, die dann entweder ortsweise sind oder auch mit anderen Gemeinden gemeinsam oder überregional. Schön. Ja. Cool. Danke noch mal für die Einführung. Genau. Und deine Rolle war auch Oberministrantin. Was war dir denn bei diesem Amt, bei dieser Aufgabe wichtig? Mir war wichtig, dass die Minis, also Minis ist die Abkürzung von Ministrant oder Ministrantin dann in der Mehrzahl, dass die Minis einfach Spaß an ihrem Dienst haben. Und dass man durch verschiedene Aktionen auch eine Gemeinschaft schaffen kann, wo Leute Freude am Glauben und Freude an dieser Gemeinschaft haben. Schön. Und wer oder was hat dich damals motiviert, Oberministrantin zu werden? Du hast es vorhin schon mal angesprochen: "Es gab niemand mehr." Oder gab es einfach vielleicht auch noch so einen Grund, was dir wichtig war? Warum du gesagt hast, du möchtest dieses Amt übernehmen? Es war so ein bisschen schon vorprogrammiert dadurch, dass meine große Schwester auch schon Oberministrantin war vor mir, die du ja auch kennst. Genau da war das jetzt nicht so abwegig und eigentlich schon relativ naheliegend. Und deswegen, ja, ich weiß nicht, wie krass bewusst die Entscheidung war, aber ich glaube schon ein bisschen bewusst. Dadurch, dass dann einfach niemand da war. Ich hätte ja auch sagen können ja, nee, ist mir zu viel. Aber ich fand das total cool und hatte da Lust drauf, auch mich auszuprobieren. Und ja, ich kann auch im Nachhinein sagen, das war total gut. Schön. Bewusster war dann wahrscheinlich die Entscheidung, Dekanatsoberministrantin bzw. Diözesanoberministrantin zu werden. Ja, auf jeden Fall. Genau. Also Dekanatsoberministrantin, zur Erklärung, ist dann ungefähr auf Landkreisebene. Da treffen sich alle auf der Dekanatsversammlung, alle Gemeinden aus diesem Dekanat, hier das Dekanat Heilbronn-Neckarsulm. Und genau da kann man sich dann eben auch aufstellen lassen und als Dekanatsoberministranten gewählt werden. Und da wurde ich schon vorab gefragt, weil klar war, dass Leute aufhören und hab mir dann schon relativ lange überlegt: Ja, will ich das machen oder nicht? Es war auch dann, glaube ich, ein Jahr ungefähr vorm Abi und das hat dann auch so ein bisschen mit reingespielt. Aber ich hatte total Lust drauf, dass man dann auch größere Sachen machen kann. Also nicht nur auf Gemeindeebene, sondern mit mehr Leuten und auch die dann vernetzen und coolere Aktionen zu machen. Und deswegen habe ich mich dann da aufstellen lassen und hat auch funktioniert, wurde gewählt. Hab das dann auch ganz schön lange gemacht. Sieben Jahre, dreieinhalb Amtszeiten. Das ist eine ganze Zeit. Ja. Erzähl doch mal vielleicht von deinem schönsten Erlebnis oder deiner schönsten Begegnung aus der Zeit. Oh, da gab es total viele Sachen. Also auch total unterschiedliche Sachen von eher kleineren, aber auch größeren Aktionen. Ein Beispiel ist das Völkerballturnier, das wir veranstaltet haben. Und da waren ja um die achtzig Minis dabei, was einfach total viele waren und alle hatten voll viel Spaß und das war so eine Veranstaltung bei uns. Aber dann gibt es natürlich auch die großen Sachen, wie zum Beispiel die Ministrantenwallfahrt nach Rom, die dann, 2014 war ich schon mit dabei, damals noch nicht als Dekanatsoberministrantin, dann 2018, aber da war ich im Leitungsteam dabei, genauso wie 2024. Und das sind natürlich auch tolle Momente, wenn man einfach so vielen Leuten auch so ein Erlebnis schenken kann und das auch selber erleben kann. Cool. Ja, danke fürs Teilen. Und würdest du sagen, es gibt verschiedene Skills, die du aus deiner Jugendarbeitszeit von damals heute noch nutzen kannst, was dich vielleicht besonders geprägt hat? Auf jeden Fall. Also zum Beispiel vor einer Gruppe zu stehen, was ja schon allein beim Dienst am Altar so ist, ohne großartig was zu sagen oder so, aber dann auch Gruppen anzuleiten, Sachen zu organisieren. Da habe ich super viel gelernt. Da kann ich auch jetzt noch von profitieren. Oder wir sind auch zum Beispiel GFS selten schwergefallen in der Schule oder auch heute, wenn ich vor Gruppen sprechen muss, ist eigentlich nicht so ein Problem. Das ist glaube ich so, dass das Größte und Offensichtlichste, was ich so gelernt habe. Schön. Ja. Also ich kann das nur bestätigen aus meiner Zeit. Ich würde wahrscheinlich etwas Ähnliches antworten, dass das einfach hilft irgendwie auch. Ja, man wächst da ja langsam rein oft. Und am Anfang ist es vielleicht nur mal ein kleiner Hilfsdienst und dann plötzlich steht man wirklich mal vor der Gruppe. Ja, was ich auch total gut finde, ist, gerade wenn es dann in Richtung Versammlungen geht, Dekanatsversammlung, Diözesanversammlung. Da werden dann teilweise auch Sachen diskutiert und man lernt dann nach und nach, dass man da auch eine Stimme haben kann. Und an dieser Diskussion sich beteiligen kann und einfach mitentscheiden kann, wie Dinge dann später auch funktionieren oder einfach viel gestalten kann. Genau. Du hast mir im Vorgespräch erzählt, dass dir gerade das Thema Demokratische Strukturen lernen bei den Diözesan-, Dekanatsoberministranten finden ja auch immer Wahlen statt. Vielleicht kannst du da mal noch ein bisschen erzählen, was dir dabei wichtig ist. Ja, also einfach dieses Gefühl haben, dass man selbst eine Stimme hat und dann aber auch als Vertretung für jemanden die Stimme wahrnehmen. Also zum Beispiel, wenn ich als Dekanatsoberministrantin auf die Diözesanversammlung gehe, dann vertrete ich ja das Dekanat und habe dann eine Stimme für die, von denen ich gewählt wurde. Und das sind einfach so demokratische Strukturen, ja erleben können und da auch das Gefühl haben, sehr nah dabei zu sein. Also in der Politik ist es manchmal vielleicht ein bisschen schwieriger. Da sind die Wahlen doch ein bisschen weiter weg. Da ist es einfach ein bisschen unmittelbarer. Und trotzdem im Kleinen genau das Gleiche. Und man kann das einfach mal erleben und das finde ich ein super Umfeld in den Jugendverbänden allgemein. Und wie würdest du jetzt sagen, kann das Engagement von jungen Menschen die Demokratie im Allgemeinen - jetzt nicht nur für dich persönlich - stärken? Ja, ich glaube, man kann einfach in der Jugendarbeit erleben, selbstwirksam zu sein und einfach Dinge mitentscheiden zu können. Und eben durch diese Vertretungsstruktur, die ja auch sehr nah an sonstigen demokratischen Strukturen ist, das einfach sehr nah miterleben. Und man hat so ein bisschen die Möglichkeit, sich in Diskussionen einzubringen, seine Meinung zu sagen. Und ich merke das vor allem auch, dass Jugendliche auch aktuell das in der Schule zum Beispiel gar nicht wirklich haben oder da alles fragen. Wir waren letztens auf einer Freizeit, so als Beispiel, und der eine fragte dann - ich glaube 14/15-Jähriger - 'Kann ich das Fenster aufmachen?'. Ja, natürlich! Mach einfach das Fenster auf. Also das ist so keine Sache. Aber dass Leute auch einfach erfahren, ja, man darf auch einfach Dinge mal machen oder entscheiden und die eigene Meinung ist okay und die zählt was und ich muss mich da nicht irgendwie unterordnen. Ich glaube, das ist in der Schule so ein bisschen ein Problem, dass das vielleicht auch Jugendliche verlernen. Und ich glaube, das ist ein gutes Umfeld, das in der Jugendarbeit dann aber umso mehr bewusst zu erleben und da zu merken: Hey, ich darf meine Meinung äußern. Es kann sein, dass jemand dagegen ist, aber danach kann man sich trotzdem gut verstehen. Also zum Beispiel genau das hatten wir auch schon öfters, dass es irgendwelche Diskussionen gibt, wo es total irgendwie zwei Lager gibt, aber später sitzen trotzdem alle im Keller zusammen und trinken ein Bier oder eine Cola und spielen irgendein Spiel. Und dann geht es gar nicht mehr darum, sondern einfach, dass die Meinung das eine ist und Freundschaft trotzdem auch sein kann. Ja, das heißt vielleicht auch jetzt noch mal dieser Aspekt, diese Meinung von anderen aushalten, aber auch erst mal sie überhaupt äußern zu dürfen und zu können? Ja. Also das einzuüben vielleicht? Ja, also würde ich jetzt aus meiner Erfahrung heraus schon auch sagen, dass das es einfach was Wichtiges ist, da irgendwie so ein so ein Safe Space zu haben, wo man sagen kann Hey, da merke ich, da ist ein Vertrauen da, da kann ich auch mal schwierige Themen ansprechen und ich muss aber auch nicht immer mit Anderen einer Meinung sein, sondern man kann einfach drüber reden und man kann einfach auch gucken, wie kann man vielleicht auch zu einer Lösung gemeinsam kommen. Ja, auf jeden Fall. Jetzt hast du ja schon ein bisschen erzählt aus deiner Zeit als Dekanatsoberministrantin. Und du warst jetzt auch DiOmi, heißt es ja so schön. Erklär doch mal, für was steht denn eigentlich die Abkürzung? DiOmi, Also Omi ist Oberministrant, di steht für diözesan, also zusammengesetzt Diözesanoberministrant oder Diözesanoberministrantin. Genau. Das ist einfach quasi eine Ebene höher auf Ebene der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Und da gibt es insgesamt sechs Personen. Damals waren es noch drei männlich, drei weiblich. Jetzt ist es zwei männlich, zwei weiblich, zwei egal Stellen. Das wurde zum Beispiel auch geändert, weil man sagt, man will mehr Flexibilität haben. Genau. Und was man als DiOmi so macht, ist vor allen Dingen die Dekanate zu unterstützen, also die Ebene darunter auch regelmäßig zu besuchen, wenn die irgendwelche Veranstaltungen haben oder Versammlungen, da Ansprechpartner zu sein und die eben auch zu vernetzen. Und dann hat man zwei Versammlungen im Jahr, das sind jeweils Wochenenden, eine im Frühling und im Herbst. Und da werden zum Beispiel verschiedene Themen diskutiert oder dann auch Leute gewählt für verschiedene Ausschüsse, um einfach verschiedene Themen abzudecken. Zum Beispiel gibt es einen Öffentlichkeitsausschuss, es gibt aber auch einen AG Bildung, also Arbeitskreis Bildung. Der kümmert sich darum, wie können wir die Bildung bei den Ministranten innerhalb der Ministranten verbessern und zum Beispiel dann mitmacht bei einem Schulungswochenende, das auch in Kooperation mit der Fachstelle Ministranten gemacht wird. Cool. Und warst du dann auch in einem Arbeitskreis? Ich war ganz am Anfang mal im Wahlausschuss. Da leitet man dann eben die Wahlen an und dann war ich tatsächlich direkt Diözesanoberministrantin für zwei Jahre lang und bin danach aber dann noch mal in AKs gegangen und auch immer noch ein bisschen aktiv als Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit und in der Projektgruppe für die Jugendverbandssatzung. Weil wir gerade dabei sind, einen Jugendverband zu gründen, um gleichgestellt zu sein zu den anderen Jugendverbänden innerhalb vom BDKJ, also ähnlich zu den Pfadis oder der KJG. Ja, das habe ich mitgekriegt tatsächlich. Das heißt, da geht schon auch viel um, so Verwaltungs- und Verbandsrecht? Ja, auch das ist auch gar nicht so einfach als Laie, weil wir eigentlich alle Laien sind. Genau deswegen sind wir da gerade auch noch in Abstimmungen, um uns da Unterstützung zu holen von Leuten, die sich ein bisschen mehr auskennen, weil wir da eben eine Satzung schreiben usw. Aber man man wächst auch da rein und lernt dann so ein bisschen, wo kommt's drauf an. Das heißt vielleicht mehr noch mal auf der höheren Ebene als Diözesanoberministrantin ist schon auch so ein bisschen immer dieser Erfahrungsaustausch zwischen Erfahreneren und weniger erfahrenen Oberministranten? Auf jeden Fall. Es ist auch immer gut, neue Sichtweisen mit reinzukriegen. Vor allem, wenn man schon länger dabei ist. Das auf jeden Fall. Und auf den Versammlungen wird auch ganz viel ausgetauscht, wie die Arbeit in den Dekanaten läuft. Also wenn die einen sagen: "Hey, unser Völkerballturnier war mega super." Vielleicht machen die anderen das irgendwann mal nach und stellen dann fest, 'das war bei uns auch gut', oder so. Da kann man sich einfach Inspiration holen, was super hilfreich ist. Oder auch wenn es Probleme gibt, irgendwie, dass es wenig Nachwuchs gibt oder es kommen eher wenige Leute zu Veranstaltungen. Dann kann man sich einfach austauschen und Ideen sammeln, wie man vielleicht auch Einladungen besser publizieren kann. Und genau dann wurde zum Beispiel in WhatsApp Channel errichtet, um die Leute besser zu erreichen, anstatt nur per E-Mail. Das sind solche Dinge, wo man einfach profitieren kann voneinander. Und genau dafür ist der Austausch super wichtig. Ja. Hast du dann noch einen Tipp außer dem WhatsApp Channel für die Zuhörerinnen und Zuhörer? Ja, WhatsApp Channel ist auf jeden Fall schon mal gut. Nicht traurig sein, wenn nicht so viele Leute kommen, weil es kann trotzdem für die Leute, die da sind, cool sein. Also ich finde, das muss man auch erst mal lernen, dass Veranstaltungen auch nicht unbedingt von der Anzahl der Personen abhängt, sondern wenn die, die da sind, das cool finden, ist es auch total fein. Und ähm ja, war dann trotzdem erfolgreich, auch wenn es vielleicht nicht die Anzahl war, die man erst dachte. Das finde ich auch immer. Ja, wenn man sich das vor Augen führt, kann man glaube ich auch ein bisschen zufriedener sein mit dem, was man fabriziert hat. Und man hat ja mit Sicherheit gute Energie reingesteckt und da viel Herzblut. Genau. Und auch das spürt man ja normalerweise. Ja. Ja. Gab es denn so eine Aufgabe, die dir aus der Zeit besonders gefallen hat? Was, wo du sagen würdest: Oh, das war einfach die coolste Sache! Hm. Also allgemein organisier ich eigentlich ganz gern. Das war immer ganz cool, wenn man Dinge organisieren kann, unter anderem auch auf Dekanatsebene, haben wir eine Gruppenleiterschulung gemacht. Das war auch auf jeden Fall ein Highlight, war ich dreimal mit dem Team dabei. Einfach die Erfahrungen auch weitergeben können an die Jüngeren, circa 14 bis 18-Jährigen und die ausbilden als Gruppenleiter, dass man dann auch danach merkt: Hey, die haben sich total entwickelt innerhalb von diesem Dreivierteljahr und gehen jetzt mit einer JuLeiCa-Karte raus. Genau. Also die Jugendleiterkarte, die dann bestätigt, dass man so eine Schulung besucht hat und da fit ist für die Gemeindearbeit. Schön, cool. Und im Vorgespräch hast du mir erzählt, dass auf der letzten Diözesanversammlung der Ministrantinnen und Ministranten erstmals oder wahrscheinlich seit einer Weile mal wieder mehr Kandidaten für die Ämter zur Verfügung standen, als es Ämter gab. Würdest du sagen, dass macht dir Hoffnung und wenn ja, warum? Ja genau das war - also es gibt immer mal wieder - bei der letzten Versammlung war es tatsächlich so, dass es bei jeder Wahl mehr Personen gab, die sich aufstellen lassen haben, als nachher gewählt worden. Ja, ich finde schon, dass das Hoffnung macht. Also einfach zu sehen, Leute haben Lust, sich zu engagieren. Und bei so einer Wahl ist ja dann die Entscheidung auch immer bewusst. Also da wird niemand irgendwie dazu gedrängt, sondern jeder kann sagen ja, ich stelle mich auf oder nein, ich stelle mich nicht auf. Das finde ich auch, ist so ein Vorteil, weil häufig, vor allem auch in Gemeinden, passiert es vielleicht so, dass dann Leute gefragt werden: Ja, kannst du da noch helfen? Wir brauchen da noch jemand. Und dann fühlt man sich so ein bisschen überredet und dann auch zu sehen, hey es gibt mehr Leute, die Lust drauf haben, dann fühlt sich auch keiner überredet. Das ist auf jeden Fall schon mal gut. Sondern es ist ja wirklich Eigenmotivation. Und klar ist es dann ein bisschen schade auch, dass nicht alle, die Lust haben, sich zu engagieren, dann in diesem Amt mitmachen können. Da hatte ich mich auch mit einer unterhalten, ob das jetzt vielleicht sinnvoll wäre, dass man die Arbeitskreise eher offen macht und dann alle, die Lust haben mitzuarbeiten, mitarbeiten lässt. Okay, statt quasi Ämter zu vergeben? Ja genau. Hat halt, glaube ich, alles Vor- und Nachteile. So ein bisschen mehr Verbindlichkeit und mehr bewusste Entscheidung ist glaube ich mit dabei, wenn man sich dann aufstellen und wählen lässt. Und man hat ja dann auch die Stärkung von der Versammlung im Rücken, weil man ja gewählt wurde und dann schon weiß, dass die Leute einen auch wollten in diesem Amt. Deswegen finde ich, das ist auf jeden Fall schon ein Aspekt, was dafür spricht. Und es gibt ja wahrscheinlich auch in jedem Verband, in jeder Gruppe gibt es ja immer wieder auch gewählte Ämter und es gibt trotzdem auch oft Gruppen und Arbeitskreise, wo man einfach frei mitmachen kann. Genau, ja. Ich persönlich würde, glaube ich, sagen, wahrscheinlich ist die Mischung aus beidem irgendwie sinnvoll. Ja, auf jeden Fall. Genau das gibt es auch. Natürlich. Und es sind ja auch alle, fast alle, die da engagiert sind, auch noch auf Dekanatsebene, dann selbst als DekaOmi aktiv. Und das heißt, man hat auf jeden Fall seine Möglichkeiten, da irgendwie Energie reinzustecken, wo man Lust hat. Genau. Und dann eben auch in den Ämtern, wenn man dann gewählt ist. Ja, das widerspricht eigentlich so ein bisschen dem, was ich zumindest immer mal wieder höre: Ja, die jungen Menschen, die engagieren sich heutzutage nicht mehr. Oder vielleicht wird es auch einfach nicht mehr gesehen, weil junge Menschen in anderen Bezügen unterwegs sind. Beobachtest du das auch, dass teilweise das Vertrauen in die junge oder nächste Generation fehlt? Und glaubst du, es könnte sich was verändern, wenn da das Vertrauen einfach größer wäre oder vielleicht mehr gezeigt wird? Ja, das ist glaube ich tatsächlich so. Also ich erlebe es, habe es eigentlich immer so erlebt, dass ich Vertrauen geschenkt bekommen habe, auch von erwachsenen Personen in diesem Rahmen. Und ich glaube aber, das ist halt eben dieses gute Feld ist, wo es dann auch funktioniert. Und das ist vielleicht aber in anderen Feldern, wo dann nicht so gern Vertrauen geschenkt wird, jungen Leuten gegenüber, dass die dann auch selbst sich ausprobieren können. Und wenn es dann mal schiefgeht, dann ist es halt so und dann macht man es beim nächsten Mal besser. Aber das gehört halt dazu. Das muss man auch mal die Erfahrung selber machen. Kann ich mir schon vorstellen, dass es dann durch mehr Vertrauen auch besser oder mehr Engagement geben würde. Ja, was ich auch häufig noch erlebe ist, dass es viele Leute sich sehr viel engagieren und dann vielleicht andere eher gar nicht. Also dass es da einfach eine große Spanne gibt. Ja, also beobachte ich auch. Ich frage mich auch immer so ein bisschen was, Was braucht es dafür? Ich würde dir zustimmen. Du hast das Thema 'Fehler machen lassen' angesprochen. Also das ist für mich schon auch so ein Punkt, der ich finde, der total wichtig ist. Also auch die Offenheit zu haben, zu sagen: Hey, du darfst hier einfach auch machen, du darfst einfach mal ausprobieren, du darfst... Ich habe ja da diesen Ingenieurspruch 'Versuch macht klug'. Du bist ja Wirtschaftsingenieurin. Einfach so, dieses Ausprobieren und ja. Ja voll! Und du bist ja jetzt viel engagiert, vor allem im Bereich der Ministrantinnen und Ministranten. Wie stellst du dir denn in Zukunft Kirche vor? Gibt es da was, wo du sagst, das wäre wichtig, das sich ändert oder entwickelt? Ja, also ich glaube, man muss einfach ein Verständnis haben, dass Kirche nicht nur Gottesdienst im klassischen Sinne heißt, sondern auch Raus-aus-der-Kirche. Und dass auch eine Wallfahrt zum Beispiel genauso Kirche ist wie der Sonntagsgottesdienst morgens um neun oder oder wann auch immer, dass man da einfach den Blick ein bisschen weitet. Das würde, glaube ich, schon helfen. Und ich glaube, genau dahin entwickelt sich es auch. Also mehr verschiedene Arten von Gottesdienst oder Impulsen und aber auch von Veranstaltungen und Gemeinschaft. Ja, Larissa, im Vorgespräch hast du mir erzählt, dass für dich so ein besonderer Glaubensort Taize ist. Erzähl doch mal kurz was dazu. Ja, genau. Also Taize - zunächst mal zur Erklärung vielleicht für die, die noch nicht dort waren, oder das nicht kennen - ist ein Ort in Frankreich und dort hat sich eine ökumenische Brüdergemeinschaft angesiedelt, mit ungefähr achtzig Brüdern oder so. Und die werden Woche für Woche besucht, von zwischen ein paar wenigen und ein paar Tausenden Jugendlichen, je nach Woche. In der Regel geht man dann von Sonntag bis Sonntag hin und lebt dort das Leben mit. Mit drei Gebetszeiten am Tag, morgens, mittags und abends. Und geprägt sind die vor allem von den typischen Taizégesängen. Da kennen bestimmt einige ein paar Lieder, die dann immer wiederholt werden. Ein paar Minuten lang. Genau davon sind die Gebete sehr geprägt und zwischendurch gibt es auch immer eine Zeit der Stille. In jedem der drei Gebete am Tag. Das ist irgendwie auch ein besonderer Moment, inmitten von ein paar hundert oder tausend Jugendlichen und allgemein Menschen zu sitzen und einfach mal Stille zu haben und den Alltag so ein bisschen auszublenden. Gibt es ein Taizé-Lied was dir besonders gefällt oder wo du sagst, da freust du ich dich immer wenn es gesungen wird? Oh, das ist bei ganz vielen der Fall. Und ich hatte dann manchmal so: Also ich war jetzt glaube ich schon sechs oder sieben Mal in Taizé und es gab dann unterschiedliche Lieblingslieder. Also jedes Mal, wenn ich dort war oder fast jedes Mal, gab es irgendwie so ein Lied. Und es gibt ja auch immer, es werden immer unterschiedliche Repertoires quasi pro Woche gesungen. Also dass sich innerhalb der Woche die Lieder wiederholen. Ich überlege gerade, ob ich ein Beispielhaftes hab. Ja, so Klassiker sind natürlich auch immer gut: Meine Hoffnung, meine Freude, was dann auch auf Deutsch ja ist. Da gibt es auch eine total schöne Oberstimme für die Blockflöte zum Beispiel. Genau, das ist cool. Bless the Lord ist natürlich auch so ein Klassiker. Und dann gibt es aber auch verschiedene Unbekanntere: Laudemus deum, was ich auch total mag, wenn sich die Stimmen abwechseln. Schön. Und du hast jetzt schon so ein bisschen angedeutet, dass du sechs oder sieben Mal dort warst. Das heißt, der Ort hat für dich auch eine besondere Bedeutung? Ja, auf jeden Fall. Also, als ich das erste Mal hier war, war das eher so: Ich guck mir das mal an und hatte nicht so wirklich eine Erwartung. Und ich glaube, man kann es sich auch gar nicht vorstellen, wie das dann wirklich ist. Es ist ein bisschen wie so ein Mikrokosmos. Also man kommt hin und muss sich um nichts Gedanken machen, weil ja auch nicht mal irgendwie 'Was mache ich heute?'. Weil der Tagesablauf ist eigentlich vorgegeben. Man hilft dann auch mit. Jeder kriegt irgendeine Arbeit, irgendeinen Job. Das kann von Abspülen über im Garten, den die Brüder haben, helfen und Dinge ernten, über Zelte aufbauen und Müll einsammeln sein. Also irgendwas, das stärkt dann total die Gemeinschaft, weil man da auch dann mit fremden Leuten zusammenarbeitet, die dann da kennenlernt. Und es gibt dann auch so Kleingruppen. Ich glaube, das ist so ein Ding. Dadurch, dass man sich eben keine Gedanken machen muss. Was? Was gibt es heute zum Essen? Was? Was mache ich jetzt? Ist das irgendwie so eine total entspannte Zeit. Also, man weiß, man fährt hin und dann ist man eine Woche dort und einfach so, total relaxed. Das gibt ganz viel. Und dann kann man auch eben diese Ruhe genießen. Und in den Gebeten, diese Gesänge mit den vielen Menschen, wenn man da gemeinsam singt oder dann auch die Stille während den Gebeten erlebt, ist es auch was total Besonderes, sage ich mal! Mhm. Das heißt, du würdest wahrscheinlich auch sagen, dass es deinen Glauben stärkt? Ja, also gerade zum Beispiel in den Gebetszeiten kann man total viel Kraft schöpfen aus diesen Liedern und wie gesagt, auch Zeit der Stille. Und es fühlt sich da auch immer so an, wenn man neue Leute trifft und dann erst am Tag davor kennengelernt hat, dass man am nächsten Tag sich wieder sieht und schon das Gefühl hat, man kennt sich schon irgendwie länger. Also es ist so ein so ein vertrautes Verhältnis da und jeder ist freundlich, offen und nett. Das stärkt auch total, weil man irgendwie das Gefühl hat, sich da total wohlfühlen zu können und total ich sein zu können. Schön. Das heißt keine Ordnung und klaren Strukturen, die einschränken, sondern die eigentlich befreien? Ja. Schön. Und dann kommen wir auch schon wieder zum Ende von dem Podcast. Zur letzten Frage: Gab es bisher in deinem Leben einen Moment, wo du sagen würdest, den hast du als heilig erlebt und wenn ja, möchtest du uns davon erzählen? Da ist jetzt die Frage, wie man heilig definiert. Aber es gab auf jeden Fall einen sehr besonderen Moment. Und das war bei der letzten Romwallfahrt, die war 2024, da war ich auch mit dem Planungsteam dabei, auf Dekanatsebene und auch diözesan, und hatte da die Ehre, mit auf der Bühne zu sein. Und bei dem Diözesangottesdienst ein Teil der Vorprogrammmoderation zu machen und auch ein im Gottesdienst Dinge zu moderieren. Und das war total cool. Also da waren wir zu viert als Moderationsteam und waren dort oben auf der Bühne. Und die Kirche St. Paul vor den Mauern, wo die Gottesdienste immer stattfinden, ist ja total riesig. Es sind auch keine Bänke und so was drin, sondern die ist einfach leer und überall sitzen - also die ganze Kirche ist voll mit Ministranten, die auf dem Boden sitzen. Genau. Und dann gemeinsam zu singen, zu beten, das ist einfach was total Besonderes. Und da so mit dabei zu sein und das auch mit anzuleiten, sag ich mal, oder die Leute auch so ein bisschen mitzunehmen. Genau da die gute Laune zu verbreiten, das war total ein besonderer Moment. Ich erinnere ich mich noch: Am Ende haben wir noch versucht - also es ist eher ein Versuch geblieben - ein Foto zu machen, ein Selfie von uns vier Moderator:innen mit den Leuten. Das Problem war dann, dass wir viel zu hell beleuchtet waren im Vergleich zu der großen Menschenmenge. Aber das Bild ist trotzdem ganz nett geworden, weil es einfach eine Erinnerung ist. Und es war einfach ein sehr cooles Erlebnis. Schön. Ja. Spannend. Ja, manchmal bleiben die Bilder in Erinnerung, die vielleicht nicht perfekt sind, aber dann doch irgendwie, ja, mit ganz besonderen Momenten verknüpft. Ja. Ja, und man blendet dann auch die nicht so guten Sachen wie, dass es total heiß war, zum Beispiel, aus. Ja, ja. Ja, schön. Vielen Dank fürs Erzählen von deinem heiligen Moment. Vielen Dank, dass du uns von deiner Diözesan-, Dekanatsoberministrantenzeit erzählt hast, aber auch, dass du uns mitgenommen hast so ein bisschen nach Taizé und an diesen besonderen Ort. Schön, dass du da warst. Danke, dass ich hier sein konnte, für die Einladung. Vielen Dank euch fürs Zuhören. Ich denke, wir hören uns bald wieder. Und bis dahin macht's gut. Tschüss. Ciao.

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